Matchuhr im Fussball: Regeln, Nachspielzeit, Anzeigetafel
Matchuhr Fussball: was die Anzeigetafel zeigen darf, wann die Uhr bei 45:00 und 90:00 stoppt und wie Sie Nachspielzeit und Penaltyschiessen korrekt anzeigen.
LemonScore
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Die Uhr auf der Anzeigetafel zeigt 90:00, der Schiedsrichter lässt weiterspielen, und auf der Tribüne fragen die ersten, ob sie kaputt ist. Wer im Verein Speaker, Zeitnehmer oder Bediener der Anzeigetafel ist, kennt diesen Moment. Die Matchuhr im Fussball ist nämlich nicht das, was viele Zuschauer glauben: Sie ist eine Information, keine Entscheidungsgrundlage. Der Schiedsrichter misst die Zeit, die Anzeige begleitet ihn nur.
Dieser Beitrag erklärt aus Vereinssicht, was die Matchuhr auf der Anzeigetafel zeigen darf, wie Sie Nachspielzeit, Verlängerung und Penaltyschiessen anzeigen, welche Spielzeiten bei den Junioren gelten und welche Bedienfehler am Spieltag passieren.
Grundregel: Der Schiedsrichter ist der Zeitnehmer
Regel 7 der IFAB-Spielregeln (Dauer des Spiels) legt fest, dass der Schiedsrichter in jeder Halbzeit die verlorene Zeit nachspielen lässt: für Auswechslungen, Verletzungen, Zeitspiel, Torjubel und alle anderen Unterbrüche. Der vierte Offizielle zeigt am Ende der letzten regulären Minute die minimale Nachspielzeit an. Sie darf vom Schiedsrichter verlängert, aber nicht verkürzt werden.
Für den Verein heisst das:
- Die Matchuhr im Stadion bindet den Schiedsrichter nicht. Er spielt nach seiner eigenen Uhr.
- Die Anzeigetafel ist eine Serviceleistung für Zuschauer, Speaker, Kiosk und Livestream.
- Bei Unstimmigkeiten gilt immer die Uhr des Schiedsrichters, nie die Anzeigetafel.
Die Auswechseltafel des vierten Offiziellen (die Zahl, die er in der 45. und 90. Minute hochhält) ist nicht die Anzeigetafel am Platz. Der Bediener übernimmt die Nachspielzeit, sobald sie offiziell ist, nicht vorher.
Was die Matchuhr auf der Anzeigetafel zeigen darf
Im Amateurfussball der Schweiz gilt eine klare Praxis. Das Merkblatt für die Schiedsrichter der SFV-Schiedsrichterkommission (die Regionalverbände wie AFV oder FVNWS stellen es auf ihren Websites bereit) hält fest: Bei Spielen mit einer Matchuhr ist diese nach Ablauf der Spielzeit zu stoppen. Konkret bleibt die Uhr bei 45:00 und bei 90:00 stehen. Die Nachspielzeit wird nicht heruntergezählt, sondern über die Auswechseltafel des vierten Offiziellen (wo vorhanden) oder eine Ansage des Speakers kommuniziert. Dasselbe Merkblatt nennt als Richtwert für die Nachspielzeit 30 Sekunden pro Auswechslung; dauert ein Wechsel länger, zählt die effektiv verlorene Zeit. Prüfen Sie den genauen Wortlaut in der aktuellen Ausgabe, die Merkblätter werden regelmässig angepasst.
Der Grund: Läuft die Uhr über 90:00 hinaus, entsteht auf Tribüne und Bank der Eindruck, die Anzeigetafel wisse, wann Schluss ist.
Wer hat die Regeln zuletzt geändert?
Zwei Entwicklungen aus dem Profifussball sorgen für Fragen bei den Vereinen:
- Swiss Football League ab Saison 2026/27: Gemäss Medienberichten (watson.ch, Juli 2026) lässt die SFL die Matchuhr in den Stadien der Super League seit Saisonstart in der Nachspielzeit beider Halbzeiten weiterlaufen, statt sie bei 45:00 und 90:00 zu stoppen. Massgebend sind die Weisungen der SFL an ihre Klubs.
- DFL ab 2026: Die Deutsche Fussball Liga hat im Dezember 2025 beschlossen (Mitteilung DFL 72/2025), die vom Schiedsrichter festgelegte Nachspielzeit in den Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga künftig anzuzeigen. Bisher blieb die Anzeige der Spielzeit dort mit Ablauf der regulären Spielzeit bei 45:00 und 90:00 stehen.
Wichtig für Amateurvereine: Beide Regelungen gelten nur für die Profiligen. Im Amateurfussball bleiben die Weisungen des SFV und Ihres Regionalverbands massgebend; wer die Profipraxis übernehmen will, fragt vorher den Schiedsrichter-Obmann. In jedem Fall erlaubt: die Nachspielzeit als Zusatz neben der gestoppten Uhr anzeigen, etwa "90:00 +4". Das ist keine laufende Uhr und widerspricht dem Merkblatt nicht.
Count-up, Count-down, Verlängerung und Penaltyschiessen
Im Fussball ist die aufwärts zählende Uhr (Count-up, 00:00 bis 45:00 und 45:00 bis 90:00) Standard, weil sie der Spielminute entspricht, die Schiedsrichter und Zuschauer im Kopf haben. Ein Countdown ist für das Spiel selbst unüblich, aber nützlich für die Halbzeitpause: Ein 15-Minuten-Countdown sagt Zuschauern und Kiosk-Team, wann es weitergeht, und stoppt bei 00:00 von selbst. In LemonScore schalten Sie dafür in den Timer-Modus um; der Wechsel setzt die Zeit zurück, also nur in der Pause umschalten.
Verlängerung
Endet ein Cupspiel unentschieden, folgt je nach Reglement eine Verlängerung von 2 x 15 Minuten: Die Uhr läuft von 90:00 bis 105:00 und von 105:00 bis 120:00. Die Schnellwahl auf 90' und 120' spart das manuelle Setzen, und die Option "Matchuhr automatisch stoppen" hält die Uhr bei 45, 90 und 120 Minuten an, ohne dass der Bediener im Torjubel daran denken muss.
Penaltyschiessen
Beim Penaltyschiessen (in Deutschland: Elfmeterschiessen) zeigt die Anzeigetafel keine Uhr mehr, sondern Reihenfolge und Resultat jedes Schusses: Treffer, Fehlschuss oder gehalten, pro Team fünf Versuche, danach Sudden Death mit je einem Schuss pro Runde. Ein guter Penaltyschiessen-Modus auf der Anzeigetafel wechselt nach jedem Schuss automatisch das Team; wie das in LemonScore aussieht, steht in der Doku zum Elfmeterschiessen.
Spielzeiten der Junioren als Voreinstellungen
Bei den Junioren ist die Matchuhr oft falsch eingestellt, weil der Bediener das Reglement der Aktiven im Kopf hat. Der SFV definiert die Spielformen und Spielzeiten je Kategorie; die Regionalverbände konkretisieren sie in ihren Wettspielreglementen. Die folgenden Werte sind die üblichen Grössenordnungen, massgebend ist das aktuelle Reglement Ihres Regionalverbands (die Spielzeiten unterscheiden sich je nach Verband, Stärkeklasse und Spielform):
| Kategorie | Spielform (üblich) | Spielzeit (Richtwert) | Pause (Richtwert) | Voreinstellung auf der Anzeigetafel |
|---|---|---|---|---|
| Junioren A | 11 gegen 11 | 2 x 45 Min. | 15 Min. | Match, Stopp bei 45/90 |
| Junioren B | 11 gegen 11 | 2 x 40 Min. | 10 bis 15 Min. | Match, Stopp bei 40/80 (manuell) |
| Junioren C | 11 gegen 11 | 2 x 35 Min. | 10 Min. | Match, Stopp bei 35/70 (manuell) |
| Junioren D | 9 gegen 9 | 2 x 30 Min. | 10 Min. | Match, Stopp bei 30/60 (manuell) |
| Junioren E | 7 gegen 7 | 2 x 25 Min. oder Drittel | 5 bis 10 Min. | Match oder Timer je Abschnitt |
| Junioren F / G | 5 gegen 5, Turnierform | mehrere kurze Spiele (ca. 10 bis 15 Min.) | kurze Wechselpausen | Timer-Countdown pro Spiel |
Praxis-Tipp: Voreinstellungen vor der Saison festlegen und am Bedienplatz notieren. Halbzeiten, die nicht bei 45 oder 90 Minuten enden, stoppen Sie manuell; bei Turnierform (F und G) ist der Countdown-Timer die einfachere Wahl.
Rollen am Spieltag: Wer bedient die Uhr?
Auf einem Amateurplatz sind Speaker, Zeitnehmer und Bediener oft dieselben zwei bis drei Personen. Klare Rollen helfen trotzdem:
- Schiedsrichter: offizieller Zeitnehmer, entscheidet über Nachspielzeit und Spielende.
- Bediener der Anzeigetafel: startet und stoppt die Matchuhr synchron zum Anpfiff, stoppt sie bei 45:00 und 90:00, trägt die Nachspielzeit ein, führt den Spielstand nach.
- Speaker: kommuniziert Nachspielzeit, Auswechslungen und Torschützen, oft mit Blick auf den Screen.
Die Bedienung muss nicht am Laptop im Clubhaus passieren. Mit der Fernsteuerung bedienen Sie die Anzeigetafel per Handy oder Tablet vom Spielfeldrand aus, im lokalen WLAN und PIN-geschützt. Wer häufig Spiele fährt, legt Tasten für Anpfiff, Halbzeit und Tor auf ein Stream Deck; Spielstand erhöhen und Tor-Animation auslösen lassen sich dort als Multi-Aktion auf eine Taste legen. Mehr dazu unter Anzeigetafel bedienen und im Beitrag zur Remote-Funktion.
Unterbruch, Gewitter, Flutlichtausfall
Bei einer längeren Unterbrechung (Verletzung mit Ambulanz, Gewitter, Flutlichtausfall) unterbricht der Schiedsrichter das Spiel. Bei der Wiederaufnahme fragen Sie ihn nach der offiziellen Spielminute und setzen die Anzeigetafel per Zeitkorrektur (sekundengenau, auch bei laufender Uhr) oder manueller Zeiteingabe. Bei Streit um die Uhr gilt: Anzeige anpassen, nicht diskutieren (Regel 7).
Typische Bedienfehler und wie Sie sie vermeiden
Eine kurze Checkliste, die Sie am Bedienplatz aufhängen können:
- Uhr läuft in der Pause weiter. Nach 45:00 stoppen, dann Halbzeit-Countdown starten (Timer-Modus) oder Uhr stehen lassen.
- Falsche Halbzeit angezeigt. Vor dem Anpfiff der zweiten Halbzeit Schnellwahl 45' drücken, dann Start beim Pfiff.
- Uhr nicht bei 90:00 gestoppt. Automatischen Stopp in den Einstellungen aktivieren, dann passiert das nicht mehr.
- Nachspielzeit ohne Ansage. Zahl vom vierten Offiziellen oder Schiedsrichter übernehmen, auf der Anzeigetafel eintragen ("90:00 +3") und per Speaker ansagen.
- Uhr startet vor dem Anpfiff. Finger auf Start, Blick auf den Schiedsrichter, nicht auf den Ball.
- Modus mitten im Spiel gewechselt. Der Wechsel Match/Timer setzt die Zeit zurück. Nur in der Pause umschalten.
Hardware-Matchuhr oder Software auf dem Screen?
Klassische Matchuhren für den Fussballplatz sind Ziffernanzeigen mit Uhr und Spielstand, etwa von Mobatime, Bär Timing oder Stramatel, in der Schweiz auch über Sportfachhändler wie Sport-Thieme erhältlich (Preise auf Anfrage, je nach Anbieter). Sie sind robust, zeigen aber nur Zahlen: keine Logos, keine Torschützen, keine Sponsoren, kein Penaltyschiessen.
Die Alternative ist eine Matchuhr als Software auf Fernseher, Beamer oder LED-Wand. Dort ist die Uhr ein Element im Layout, kombiniert mit Spielstand, Logos, Animationen und Sponsorenbanner. Fertige Layouts finden Sie unter Vorlagen.
Ein Nebeneffekt: Die Matchuhr ist eine der meistbeachteten Flächen auf dem Platz, manche Vereine verkaufen deshalb einen "Matchuhr-Sponsor". Auf einer digitalen Anzeigetafel lässt sich diese Fläche mit rotierenden Bannern mehrfach vermarkten, mehr dazu unter Werbung auf der Spielstandsanzeige.
Häufige Fragen zur Matchuhr im Fussball
Darf die Matchuhr rückwärts laufen?
Für das Spiel selbst ist ein Countdown unüblich, weil die Spielminute aufwärts gezählt wird. Für Halbzeitpause, Aufwärmphase und Turnierformen bei den Junioren F und G ist er dagegen sinnvoll.
Muss die Nachspielzeit auf der Anzeigetafel angezeigt werden?
Nein. Im Amateurfussball genügt die Kommunikation über die Auswechseltafel des vierten Offiziellen oder eine Ansage. Die Einblendung "90:00 +3" auf der Anzeigetafel ist ein freiwilliger Zusatzservice. In den Profiligen (Bundesliga ab 2026, Super League ab 2026/27) gelten eigene Vorgaben, die für Amateurspiele nicht verbindlich sind.
Wer stoppt die Uhr auf der Anzeigetafel?
Der Bediener der Anzeigetafel beim Heimverein, nach Ablauf der regulären Spielzeit bei 45:00 und 90:00. Die Software kann das automatisch übernehmen. Der Schiedsrichter stoppt seine eigene Uhr nur bei Unterbrüchen und ist für die Anzeigetafel nicht zuständig.
Was gilt bei Junioren?
Die Spielzeit richtet sich nach Kategorie und Spielform gemäss SFV und Regionalverband, von 2 x 45 Minuten bei den A-Junioren bis zu kurzen Turnierspielen bei F und G. Halbzeiten, die nicht bei 45 oder 90 enden, stoppen Sie manuell.
Was tun, wenn die Uhr auf der Anzeigetafel falsch läuft?
Bei laufendem Spiel per Zeitkorrektur in Sekundenschritten anpassen oder in der nächsten Unterbrechung mit dem Schiedsrichter abgleichen. Die Anzeigetafel folgt dem Schiedsrichter, nie umgekehrt.
Fazit
Die Matchuhr im Fussball ist Information, nicht Instanz: Der Schiedsrichter misst, die Anzeigetafel begleitet. Wer die Uhr bei 45:00 und 90:00 stoppt, die Nachspielzeit als Zusatz anzeigt und ansagt, die Junioren-Voreinstellungen vor der Saison festlegt und den Modus nie mitten im Spiel wechselt, hat die häufigsten Diskussionen am Spielfeldrand erledigt. Was von der neuen Profipraxis im Amateurfussball ankommt, entscheiden SFV und Regionalverbände.
Wie Sie Spieluhr, Nachspielzeit, automatischen Stopp und Timer in LemonScore einstellen, zeigt die Doku zur Matchuhr; für den Fall, dass es nach 120 Minuten immer noch unentschieden steht, die Seite zum Elfmeterschiessen. Beides lässt sich mit der kostenlosen 15-Minuten-Demo am eigenen Fernseher ausprobieren, bevor Sie es am Spieltag brauchen.


