Pixel Pitch erklärt: 3.9 vs. 6.67 vs. 8 mm
3.9, 6.67 oder 8 mm Pixel Pitch? Wir erklären, was hinter den Werten steckt und welcher zu welcher Halle, welchem Spielfeld und welchem Betrachtungsabstand passt.
LemonScore
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Wer sich zum ersten Mal mit LED-Scoreboards beschäftigt, stolpert schnell über Werte wie „3.9 mm", „6.67 mm" oder „8 mm". Dahinter steckt der Pixel Pitch: einer der wichtigsten technischen Parameter überhaupt. Er entscheidet über Bildqualität, optimalen Betrachtungsabstand und am Ende auch über den Preis. In diesem Beitrag erklären wir, was Pixel Pitch ist und welcher Wert für welches Setup wirklich passt.
Was ist Pixel Pitch?
Der Pixel Pitch beschreibt den Abstand zwischen zwei benachbarten Pixeln auf einem LED-Screen, gemessen in Millimetern, jeweils von Pixelmitte zu Pixelmitte. Hersteller geben den Wert oft mit vorangestelltem „P" an, also etwa P3.9, P6.67 oder P8.
- 3.9 mm Pitch: hohe Pixeldichte, scharfes Bild aus kurzer Distanz
- 6.67 mm Pitch: ausgewogenes Verhältnis aus Auflösung und Fläche
- 8 mm Pitch: grosse Flächen für weite Betrachtungsabstände
Je kleiner der Pixel Pitch, desto höher die Pixeldichte und damit auch die Auflösung pro Quadratmeter. Ein kleinerer Pitch bedeutet schärfere Bilder, höhere Kosten und einen kürzeren minimalen Betrachtungsabstand.
Die wichtigste Faustregel: der minimale Betrachtungsabstand
Eine bewährte Daumenregel in der LED-Branche lautet:
Minimaler Betrachtungsabstand (in Metern) ≈ Pixel Pitch (in Millimetern)
Das heisst: Bei einem 6.67-mm-Display sollte niemand näher als ca. 7 m am Screen stehen, sonst werden einzelne Pixel sichtbar. Der optimale Abstand für ein angenehmes, gestochen scharfes Bild liegt etwa beim Zwei- bis Dreifachen des Pixel-Pitch-Werts.
| Pixel Pitch | Min. Abstand | Optimaler Abstand | Max. sinnvoller Abstand |
|---|---|---|---|
| 3.9 mm | ca. 4 m | 8–12 m | bis ca. 16 m |
| 6.67 mm | ca. 7 m | 13–20 m | bis ca. 27 m |
| 8 mm | ca. 8 m | 16–24 m | bis ca. 35 m |
| 10 mm | ca. 10 m | 20–30 m | bis ca. 50 m |
Die Werte sind Richtwerte. Helligkeit, Umgebungslicht und Bildinhalt spielen ebenfalls eine Rolle.
3.9 mm: Premium-Indoor und Nahbereich
Wann passend? Sport-Hallen mit nahen Tribünen, Empfangsbereiche, Eingangsbildschirme, Trainingsräume, hochwertige Indoor-Eventflächen.
Stärken:
- Sehr scharfes Bild, auch aus wenigen Metern Distanz
- Ideal für detailreiche Inhalte (Statistiken, Werbespots in HD-Qualität)
- Streaming-tauglich dank hoher Pixeldichte
Nachteile:
- Höchster Preis pro Quadratmeter
- In grossen Hallen oft technisch überdimensioniert
Beispielsituation: Ein Basketball- oder Unihockey-Court mit Zuschauern direkt am Spielfeldrand. Hier sitzen Fans 4 bis 10 m vom Display entfernt und 3.9 mm sorgt dafür, dass sie keine sichtbaren Pixel sehen.
6.67 mm: Der Outdoor-Allrounder
Wann passend? Fussballplätze, Eishockey-Outdoor-Felder, Leichtathletik-Anlagen, Multifunktionsplätze und alle Anwendungen mit klarem Mindestabstand von rund 7 m.
Stärken:
- Sehr gutes Verhältnis aus Bildqualität und Kosten
- Hohe Helligkeit verfügbar und damit outdoor-tauglich
- Der De-facto-Standard für SMD-Outdoor-Scoreboards
- Funktioniert für Spielstand, Statistiken und Sponsoring-Inhalte gleichermassen
Nachteile:
- Bei sehr kurzen Abständen (unter 7 m) wird die Pixelstruktur sichtbar
- Für sehr grosse Stadiendisplays mit langen Sichtachsen unnötig fein
Beispielsituation: Ein Amateur- oder Semi-Profi-Fussballverein mit Scoreboard hinter dem Tor oder auf der gegenüberliegenden Spielfeldseite. Zuschauer auf der Tribüne befinden sich 15 bis 30 m vom Display entfernt: 6.67 mm liefert hier ein sauberes Bild zu einem fairen Preis.
8 mm: Für grosse Flächen und weite Distanzen
Wann passend? Grosse Outdoor-Stadien, Werbeflächen entlang von Verkehrsachsen, Hauptscoreboards mit hoher Distanz zum Publikum, Anwendungen, bei denen die Fläche wichtiger ist als jedes Detail.
Stärken:
- Deutlich günstiger pro Quadratmeter als feinere Pitches
- Erlaubt grosse Flächen mit überschaubarem Budget
- Sehr hohe Helligkeit verfügbar, auch bei direkter Sonneneinstrahlung
- Robust und etabliert für den Dauerbetrieb im Aussenbereich
Nachteile:
- Aus weniger als 8 m sichtbare Pixelstruktur, nicht für nahe Sitzplätze geeignet
- Detaillierte Grafiken (zum Beispiel kleine Spielerstatistiken) brauchen entsprechend grosse Schriftgrade
- Für TV- oder Streaming-Closeups weniger geeignet als 6.67 mm
Beispielsituation: Ein Verein mit Hauptscoreboard hinter dem Tor in einem grösseren Stadion, bei dem die nächsten Zuschauer mindestens 10 bis 15 m entfernt sitzen. Hier reicht 8 mm völlig aus und spart spürbar Budget.
Indoor oder Outdoor? Mehr als nur der Pixel Pitch
Pixel Pitch ist nur ein Faktor. Ebenso wichtig sind:
- Helligkeit (Nits): Indoor reichen 800 bis 1'500 Nits, Outdoor sollten es 5'000 bis 7'500 Nits sein, damit das Bild auch bei Sonneneinstrahlung lesbar bleibt.
- IP-Schutzklasse: Outdoor-Module sollten mindestens IP65 (frontseitig) erreichen.
- Refresh-Rate: Mindestens 1'920 Hz, besser 3'840 Hz, wichtig sobald Spiele gefilmt oder gestreamt werden (sonst Flimmern auf dem Video).
- Modulgrösse und Servicebarkeit: Front-Service spart bei wandmontierten Outdoor-Boards viel Aufwand.
So wählen Sie den richtigen Pixel Pitch
- Messen Sie den minimalen Betrachtungsabstand: Wie nahe steht der nächste Zuschauer?
- Prüfen Sie den durchschnittlichen Abstand: Wo sitzt das Gros des Publikums?
- Definieren Sie den Inhalt: nur Spielstand und Sponsoring-Logos oder auch komplexe Statistiken und Videos?
- Vergleichen Sie das Budget: Ein 3.9-mm-Board kann doppelt so teuer sein wie ein 8-mm-Board bei gleicher Fläche.
- Denken Sie an das Streaming: Wer Spiele filmt, sollte Pixel Pitch und Refresh-Rate gemeinsam betrachten.
Fazit: Der richtige Pixel Pitch hängt vom Standort ab
Es gibt keinen „besten" Pixel Pitch, nur den passenden für Ihre Situation. Für die meisten Schweizer Amateur- und Semi-Profi-Vereine sind 3.9 mm für Indoor und 6.67 mm für Outdoor der beste Kompromiss aus Bildqualität und Kosten. 8 mm bleibt die solide Wahl, wenn grosse Flächen mit weitem Betrachtungsabstand zu einem fairen Preis realisiert werden sollen.
Unsicher, welcher Wert für Ihre Halle oder Ihren Sportplatz richtig ist? Sprechen Sie mit uns, wir helfen bei der Auswahl der passenden Hardware und sorgen mit LemonScore dafür, dass jeder Pixel optimal genutzt wird.
Mehr zur Investitionsplanung erfahren Sie in unserem Beitrag Was kostet ein LED-Scoreboard 2026?.


